Zuckerbrot und Peitsche - Globalisierung, Krise und Spaßgesellschaft

Seminarbeginn: 25.10.2010, 11:00 Uhr
Seminarende: 29.10.2010, 14:00 Uhr
Rubrik: Ökonomie und Ökologie
Teilnahmebeitrag: 125 €
Seminarleitung: Michael Schneider-Hanke

Inhalt des Seminars
Als Folge der internationalen Wirtschaftskrise und der sich beschleunigenden Globalisierung werden Beschäftigte in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst ei nem steigenden Leistungs-, Anpassungs- und Mobilitätsdruck ausgesetzt. Bei Nichtbefolgung dieser gestiegenen Anforderungen, aber auch bei Krankheit und Inanspruchnahme früher erkämpfter Rechte, drohen Kündigung und Arbeitslosigkeit. Dieser Druck erzeugt psychische Defizite und neue Sehnsüchte. Eine boomende Event- und Erlebnisindustrie gibt vor, diese in der knapper werdenden Freizeit durch Inanspruchnahme von Glücksangeboten auszugleichen bzw. zu erfüllen. Scharen von Event-Managern, Fitness-, Wellness- und Schönheits-Spezialist(inn)en, Animateuren, Esoterikern und Fachleuten für Lebenshilfe versprechen schnelles Glück. Dadurch verschleiern sie, dass sich an den belastenden Verhältnissen am Arbeitsplatz – den eigentlichen Gründen - nichts ändert.

Im Seminar werden die Ursachen und Folgen der Globalisierung, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und die Exzesse der Spaßgesellschaft in einen Zusammenhang gebracht und kritisch analysiert. Es werden wichtige Kritiker der (neo-liberalen Form) der Globalisierung – wie Vivian Forrester, Elmar Altvater, Richard Sennett, Naomi Kein – und skeptische Analytiker der Erlebnis-Gesellschaft wie Gerhard Schulze, Thomas Müller-Schneider und Peter Kemper vorgestellt. Abschließend wird die Frage diskutiert, wie man der Entmündigung am Arbeitsplatz und in der Freizeit wirksam entgegentreten kann und wie Globalisierung politisch sinnvoll gestaltet werden müsste.

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